Wenn der Mausklick zu Schmerzen führt …

Noch vor 50 Jahren hatten Mäuse – je nach Wohnort in die graue Stadtmaus und die bräunliche Feldmaus unterteilt – als Nahrungskonkurrenten des Menschen ein schweres Leben: In den Stadtwohnungen wurden Mausefallen hingebungsvoll mit Käse verziert, um die kleinen Schädlinge darin zu fangen und zu töten; im ländlichen Bereich waren die Sitten rauer: Da bekamen um die Erntezeit die Schulkinder Eimer und Schaufeln in die Hand gedrückt und wurden auf die Felder geschickt, um Mäuse zu erschlagen. Ein Pfennig als Lohn für jede im Eimer abgelieferte Maus spornten den Eifer an.

Heute führen Mäuse – als Anhängsel des Computers – ein weitgehend geruhsames Leben: Hochglänzend oder in stylischem schwarz, blinkend in verschiedenen Farben erleichtern sie den Usern, wie Menschen heute genannt werden, wenn sie zu Benutzschnittstelle eines Rechners mutieren, die Bedienung des Wunderkastens. Und doch haben sie auch heute noch ein erhebliches Schädigungs- Potenzial.

Nutzt man die Tasten der Maus nämlich zu häufig oder in falscher, verkrampfter Haltung, so stellen sich irgendwann Schmerzen ein – im Handgelenk, am Unterarm, Ellbogen oder gar Schulter. Die amerikanischen Ärzte, recht einfallsreich in der Benennung neuer Krankheiten, haben diesem Symptomenkomplex den Namen RSI- Syndrom (von repetitive strain injury – Verletzung durch wiederkehrende Belastung) gegeben. Betroffen sind Personen, die geringen, aber monoton wiederkehrenden Belastungen am Arbeitsplatz – wie Mausklicks, Mausbewegungen, Tippen an Computertastaturen – ausgesetzt sind. Anatomische Veränderungen sind in aller Regel nicht nachweisbar; dies unterscheidet dieses Krankheitsbild etwa von Sehnenscheiden- oder Schleimbeutelentzündungen. Da dieses Krankheitsbild quälend und langwierig verlaufen kann, ist es in vielen Ländern, allerdings nicht in Deutschland, als Berufskrankheit für Computerarbeiter anerkannt.

Wie kann man vorbeugen?

Oberstes Ziel ist es, die wiederkehrenden Bewegungen zu vermeiden. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz und eine Maus, die gut in der Hand liegt, sind die ersten Maßnahmen. Vorsicht! Nicht alles, was gut gestylt erscheint, ist auch anatomisch sinnvoll. Ausprobieren ist Pflicht! Es empfiehlt sich eine Arbeitshaltung, bei der die Hand nicht gegenüber dem Unterarm nach hinten gebogen ist. Gelkissen als Handgelenksstütze können helfen; allerdings berichten manche Anwender auch über eine Verschlimmerung der Beschwerden.

Führen alle diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, so sollte man über alternative Eingabemethoden für den Rechner nachdenken. Je nach Arbeitsgebiet können Grafiktabletts oder die Texteingabe über die Sprache mit einer Spracherkennungs- Software sinnvoll sein.

Hilft alles nichts, dann hilft vielleicht der letzte Rat: Einfach weniger klicken!

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