Darmkrebsfrüherkennung!

In Deutschland erkranken jährlich rund 55.000 Frauen und Männer an Darmkrebs – 30-50% sterben daran. Das muss nicht sein: Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, beträgt die Überlebensrate fast 100%. Zu viele Patienten gehen aber erst zum Arzt, wenn sie Beschwerden haben – im schlimmsten Fall hat sich der Krebs dann schon im Darm und den Nachbarorganen ausgebreitet.

Dabei gibt es Vorsorge-Untersuchungen, mit denen sich der Tumor oft schon im Anfangsstadium feststellen lässt: Die Austastung des Enddarms und der Test auf verstecktes Blut im Stuhl, die Darmspiegelung (Koloskopie) und die Computertomographie des Darms (virtuelle Koloskopie).

Viele Patienten vernachlässigen die Vorsorge

Experten empfehlen die Austastung des Enddarms und den Test auf verstecktes Blut ab einem Alter von 50 Jahren. Sie wird von der Krankenkasse gezahlt und sollte jährlich stattfinden. Doch nur jede dritte Frau und nur jeder sechste Mann nehmen diese unkomplizierte Kontrolle in Anspruch. Die Folgen sind oftmals dramatisch: Es finden sich unter den Darmkrebs-Kranken nämlich auffällig viele Patienten, die lange Zeit die Vorsorge vernachlässigt haben, berichtet Prof. Jürgen Riemann, Direktor der medizinischen Klinik am Klinikum Ludwigshafen.

Ein Verwandter mit Darmkrebs verdoppelt das Risiko

Für die Gleichgültigkeit gegenüber dem Darmkrebs-Risiko gibt es ein ganzes Erklärungsgeflecht. „Jemand, der sich gesund fühlt, glaubt nicht, dass er krank sein könnte“, sagt Riemann. Hinzu kommt: Das Thema „Darm“ ist noch immer ein Tabu. „Über seinen Herzinfarkt kann man reden, aber nicht über eine Darmerkrankung – diese Erfahrung müssen zum Beispiel Colitis -Ulcerosa- und Morbus-Crohn-Patienten immer wieder machen“, meint Riemann, der sich im Vorstand der Stiftung LebensBlicke für die Früherkennung von Darmkrebs einsetzt.

Einige Patienten wissen zudem nicht, dass Darmkrebs bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebsart ist und sind sich ihres Risikos nicht bewusst. „Manche verschließen etwa die Augen davor, dass 15% der Darmtumore aufgrund familiärer Belastung entstehen“, sagt Riemann. Denn nur ein Verwandter mit Darmkrebs verdoppelt das Risiko bereits.

Früh erkannt ist Darmkrebs fast immer heilbar

Für Risiko-Patienten und für Frauen und Männer über 55 Jahren empfiehlt sich neben Austastung und einem Test auf Blut im Stuhl außerdem eine Koloskopie oder alternativ eine virtuelle Koloskopie. Mit den bildgebenden Verfahren lässt sich viel genauer als durch Tasten und einen Test auf okkultes Blut bestimmen, ob es im Darm Polypen (Schleimhautvorwölbungen) gibt, die zu Tumoren entarten könnten.

Wer die Vorsorge scheut, sollte sich vor Augen halten: Wird der Darmkrebs bereits im Anfangsstadium (Stadium I) erkannt und ist nur auf einen kleinen Darmabschnitt begrenzt, beträgt die Überlebensrate 90-100%. Hat der Tumor schon Tochtergeschwüre (Metastasen) in Leber und anderen Organen gestreut (Stadium IV), liegt die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach Diagnose der Erkrankung noch zu leben, jedoch bei nahe 0%.

(Quelle: Lifeline)

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